Schulkonzept

Zusammenfassung des pädagogischen Konzeptes

Die Waldschule OWL begründet ihren pädagogischen Ansatz mit der Überzeugung, dass das Lernen, die Gesundheit und die Teilhabe untrennbar zusammengehören. Natur- und Bewegungserfahrungen gelten nicht als Zusatzprogramm, sondern als alltägliche Lernbedingung, die Wohlbefinden, Resilienz und soziale Einbindung fördert. Der Draußenunterricht nutzt nahe Lernorte – Wald, Wiese, Hecke, Obstwiese und Schulgarten – als Resonanzräume, in denen Kinder handeln, beobachten, vergleichen und Verantwortung übernehmen. Durch regelmäßige Aufenthalte und eigene Projekte auf dem Gelände erfahren sie Selbstwirksamkeit, werden über sinnliche Zugänge mit fachlichen Inhalten vertraut und entwickeln eine Haltung der Verbundenheit mit der Mitwelt. Unser Konzept verweist darauf, dass solche Erfahrungen gesundheitlich, emotional und sozial wirksam sind und u.a. Resilienz, Kreativität und Kooperationsfähigkeit stärken.

Täglich verankerte Bewegung ist dabei kein Selbstzweck, sondern Bestandteil eines Lernklimas, das innere Ruhe, Konzentration und körperliche Sicherheit fördert. Innenräume werden als Lernlandschaften mit Bewegungs- und Rückzugsorten in Erweiterung des Churer-Modells gedacht, die den Wechsel von Aktivität und Fokussierung ermöglichen. Draußenlernorte bieten Aufgaben, die nicht nur motorische Fertigkeiten herausfordern, sondern auch Sprache, Mathematik und Sachunterricht implizit adressieren, wenn gemessen, verglichen, geordnet und beschrieben wird. Unsere Schule verbindet diese Praxis mit einer vorbereiteten Lernumgebung, in der u.a. Montessori-Materialien differenziertes Üben und eigenverantwortliche Kontrolle erlauben. So entstehen Lernschleifen, die Körper, Wahrnehmung und Begriff miteinander koppeln und nachhaltiges Verstehen begünstigen.

Der Schulträger verfolgt darüber hinaus als zweite Säule den pädagogischen Ansatz der projektorientierten, jahrgangsübergreifenden und fächerübergreifenden Unterrichtung unter Nutzung der Freiarbeit in Begleitung der Lehrkräfte.
Demokratische Teilhabe wird in Strukturen und Alltag eingeübt. Regeln werden gemeinsam begründet und als Schutzrechte verstanden. Grenzen sichern die Freiheit aller und werden transparent gemacht.

Leitbild gegen Rechtsextremismus

Unsere Waldschule ist ein entschlossener Ort der Vielfalt, Menschenwürde und demokratischen Förderung. Alle Menschen sind unterschiedlich und einzigartig in ihrem Sein, aber gleich in ihrem Wert und in ihrer Würde.

Unsere Schule lebt Vielfalt nicht nur im Alltag, sondern fördert bewusst das Engagement gegen jede Form von Intoleranz und Ausgrenzung. Wir ermutigen zu Zivilcourage und unterstützen eine starke, liberale, demokratische Gemeinschaft, die sich klar gegen rechte Ideologien stellt. Durch diese Förderung und gegenseitige Unterstützung leisten wir einen Beitrag zu einer Welt, in der jedwede Form von Diskriminierung, wie auch Rechtsextremismus keinen Platz haben.

Wir erkennen an, dass unsere Gesellschaft historisch und strukturell rassistisch sozialisiert ist und dass dies auch auf Institutionen wie Schulen zutrifft. Uns ist bewusst, dass es keine Institution gibt, die vollständig frei von Rassismus ist. Insbesondere die lange gemeinsame Geschichte rechter Ideologien und Umweltschutz, die von rechten Akteur*innen noch heute für Versuche rechter Einflussnahme auf Institutionen mit Nähe zu Natur und Umwelt genutzt wird, erfordert ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Abgrenzung. Deshalb sehen wir es als unsere Aufgabe, uns aktiv mit den bestehenden rassistischen Strukturen und Vorurteilen auseinanderzusetzen und diese kontinuierlich zu hinterfragen und einzudämmen.

Wir positionieren uns klar gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Sexismus, Homophobie, Transfeindlichkeit, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und jede Form der Diskriminierung. Rechtspopulismus, Verschwörungsmythen und völkische Ideologie haben bei uns keinen Platz. Beispiele für Diskriminierung, die wir bekämpfen, sind rassistische Beleidigungen, Geschlechterdiskriminierung, Mobbing von LGBTQ+ Personen, antisemitische und islamfeindliche Äußerungen sowie Benachteiligung aufgrund des sozialen Status. Wir fördern ein kritisches Bewusstsein, damit unsere Schüler*innen solche Muster erkennen, hinterfragen und aktiv dagegen vorgehen.

 

Konflikte verstehen wir als legitime Entwicklungsräume, in denen Kinder mit Unterstützung der Erwachsenen Perspektivwechsel, Selbstklärung und Wiedergutmachung erlernen. Gewaltfreie Kommunikation dient dabei als roter Faden, um Bedürfnisse zu benennen und Sprache verantwortungsvoll zu nutzen. Eltern sind systematisch beteiligt: Sie kooperieren mit dem Team in Erziehungs- und Lernfragen, wirken in Schulpflegschaft und Schulkonferenz mit, organisieren Arbeitskreise und tragen so zur öffentlichen Verankerung der Schule bei. Geteilte Verantwortung schafft ein Netz, das Kinder hält und fordert und die Umsetzung des pädagogischen Ansatzes absichert.
Kompetenzerwartungen und Leistungsanforderungen des Landes NRW werden an unserer Waldschule mit den beschriebenen Lernformen verbunden. Statt Noten nutzen wir Berichtszeugnisse, die Leistung, Lernprozess und Haltung sichtbar machen, Schülerportfolio dokumentieren Entwicklung und unterstützen Metakognition. Auf Schulebene sorgen Teamsitzungen, gemeinsame Diagnostik und Fortbildungen für professionelle Weiterentwicklung; Lehrkräfte verstehen sich als lernende Organisation, die Erfahrungen anderer Schulen und aktuelle Forschung aufnimmt. Diese Qualitätskultur ist für uns ebenso zentral wie die tägliche Praxis im Freien, denn nur so lassen sich Anspruch und Alltag verlässlich zusammenbringen.

Wir ordnen unseren pädagogischen Ansatz in die Lernlandschaft des Bezirks ein. Eine solche Kombination (Draußenunterricht in hoher Taktung, Lernen in Bewegung, vorbereitete Lernumgebung u.a. mit Montessori-Materialien, projektorientierte, jahrgangs- und fächerübergreifende Organisation, Berichtszeugnisse, partizipative Verfassung und professionelle Teamkultur) ist weder flächendeckend etabliert noch in dieser Dichte im staatlichen Grundschulwesen zu finden und im Einzugsgebiet bislang nicht vorhanden. Durch die angestrebte Begleitung der Universität Bielefeld möchten wir einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Antworten auf viele wissenschaftliche Fragen zu aktuellen Bildungsthemen zu erhalten. In diesem Sinne soll die Waldschule OWL ein qualitätsgesichertes Angebot schaffen, das kindgerechtes Lernen, Gesundheit und demokratische Teilhabe zusammenführt und so einen erkennbaren Mehrwert für Kinder und Familien in der Region stiftet.

Unsere Schule engagiert sich aktiv gegen Rassismus, indem wir regelmäßig unsere Methoden, Lehrmaterialien und Strukturen überprüfen und anpassen. Wir fördern das kritische Denken und den bewussten Umgang mit Diversität, um Schüler*innen zu befähigen, Vorurteile zu hinterfragen und Rassismus als gesellschaftliches Problem zu erkennen. Unsere Lehrmaterialien spiegeln eine vielfältige Gesellschaft wider, in der alle Schüler*innen, unabhängig von Hautfarben, kulturellen Hintergründen oder Behinderungen, repräsentiert und respektiert werden. Unsere Lehrmaterialien spiegeln die Vielfältigkeit unserer Gesellschaft wieder und repräsentieren und anerkennen die Herkünfte, Hautfarben, kultureller Identität, Behinderungen, Geschlechterrollen und Geschlechtsidentitäten von Schüler*innen. So schaffen wir ein inklusives Schulklima, das Respekt, Offenheit und Solidarität fördert.

Wir glauben, dass Bildung politisch, demokratisch und gemeinschaftlicher Auftrag ist, der die Zusammenarbeit mit Eltern und der Gesellschaft erfordert. Daher laden wir Eltern und Mitglieder der Gemeinschaft ein, sich an unseren Bemühungen zu beteiligen ein Lernumfeld zu schaffen, in dem die Werte von Demokratie, Vielfalt und Menschenwürde im Mittelpunkt stehen. Hierbei arbeiten wir eng mit Expert*innen und Initiativen zusammen, wie unter anderem dem Paritätischen Wohlfahrtsverband, dem NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V. sowie dem Bundesverband freier alternativer Schulen, um diesen Einsatz zu stärken und zu vertiefen.